Artgerechtes Kochen für Hunde und Katzen – eine tolle Alternative zur Rohfütterung

Artgerechtes Kochen für Hunde und Katzen – eine tolle Alternative zur Rohfütterung

Wenn man für sein Tier kochen möchte, hat das zu immer erst den Beigeschmack, das das Tier krank ist und spezielle Bedürfnisse hat. Dabei ist Kochen ein ganz tolle Alternative zur Rohfütterung. Wie auch beim Barfen verwendet man frische Zutaten und weiß ganz genau, was im Futter drin steckt und was nicht. Das macht das Kochen zu einer tollen Sache, wenn man sich mit rohem Futter einfach nicht anfreunden kann. Für sein Tier zu kochen ist auch nicht komplizierter als BARFen, es ist nur ein klein wenig aufwendiger, da man das Futter ja noch zubereiten muss.

Das artgerechte Kochen orientiert sich ebenfalls am Beutetierprinzip und man versucht möglichst natürlich alle notwendigen Nährstoffe in der Fütterung abzudecken. Das Futter ist durch das Kochen nicht weniger wertvoll und es gehen auch gar nicht so viele Nährstoffe verloren, wie man vielleicht denkt. Nährstoffe, die unter dem Kochvorgang leiden, werden zudem einfach nach dem Kochen wieder ergänzt. Auch die Proteine werden beim Kochen nicht zerstört, sondern die Aminosäureketten verändern beim Erhitzen lediglich ihre Struktur. Der Körper kann die Aminosäuren aber auch in dieser Form problemlos aufnehmen, spalten und verwerten. In dem Bezug braucht man also keine Sorge haben, dass Kochen in irgendeiner Form „minderwertiger“ ist als die Rohfütterung.

Warum kochen und nicht roh?

Kochen macht das Futter verdaulicher und schonender für die Verdauung. Keime wie Bakterien werden durch den Kochvorgang abgetötet und die Keimbelastung im Futter dadurch gesenkt.

Daher eignet sich Kochfutter vor allem in folgenden Lebenssituationen:

  • bei verdauungsschwächeren, älteren oder empfindlichen Tieren
  • bei Erkrankungen des Magen/Darm-Trakts
  • bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • nach kurzfristigen Problemen mit Erbrechen und/oder Durchfall
  • in der Rekonvaleszenz
  • bei einem geschwächten Immunsystem (z.B nach/bei Infektionen, Erkrankungen, Operationen,…)
  • wenn man einfach nicht roh füttern möchte

Wichtige Komponenten in der Koch-Fütterung – was geht und was nicht?

Wenn man für sein Tier kochen möchte, geht es nicht alleine darum schöne Rezepte zu kreieren, sondern natürlich auch dafür zu sorgen, dass das Futter alle Nährstoffe enthält, die Hund oder Katze brauchen. Auch wenn die Tiere Unterversorgungen oft lange kompensieren können, ist eine dauerhafte Fehlernährung nicht ratsam und kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Es ist aber auch nicht sinnvoll das Futter wahllos mit irgendwelchen Mineral- und Vitaminpulvern zu „vervollständigen“, aus Sorge, dass doch was fehlt. Auch Überversorgungen sind langfristig nicht ratsam. Daher ist es so wichtig, sich vorab mit der richtigen Zusammenstellung des Futters zu beschäftigen.

Wie auch beim Barfen teilt sich das Koch-Futter in einen tierischen und einen pflanzlichen Anteil.

Die tierischen Komponenten

Muskelfleisch

Muskelfleisch macht einen großen Teil in der Kochfütterung aus und man versteht darunter Fleisch im herkömmlichen Sinn. Man verwendet dabei Fleisch von z.B Huhn, Pute, Rind, Lamm, Ziege, Pferd, Kaninchen oder anderen Tierarten.

Fisch

Um den Vitamin D-Bedarf des Tieres zu decken, ist es notwendig entweder Vitamin D-haltigen Fisch in die Fütterung aufzunehmen oder auf einen geeigneten Zusatz wie Dorschlebertran zurückzugreifen. Wenn man Fisch füttern möchte, ersetzt man eine Muskelfleischmahlzeit pro Woche durch einen Vitamin-D-reichen Fisch wie z.B. Lachs oder Forelle.

Fett

Tierisches Fett ist der Energielieferant für Hund und Katze und darf auch in einem Kochfutter nicht fehlen. Man füttert daher entweder durchwachsenes Muskelfleisch (13-20% Fettanteil) oder ergänzt mageres Fleisch mit reinem tierischen Fett. Dieses bekommt man in den BARF-Shops zu kaufen. Es ist auch möglich sehr fettiges Muskelfleisch mit sehr mageren Sorten zu mischen, um den angestrebten Fettgehalt zu erreichen. Bei der Berechnung des Fettgehalts helfen Online-Fettrechner.

Innereien

Innereien sind sowohl in der Rohfütterung als auch beim Kochfutter eine sehr wichtige Komponente, da sie viele wichtige Nährstoffe liefern. Dabei zählen Leber, Niere, Milz, Herz und Lunge zu den Innereien. In vielen BARF-Shops findet man mittlerweile auch passende Innereien-Mixe, die man auch beim Kochen gut einsetzen kann.

NEIN zu Knochen und Pansen

Bei einem Koch-Futter kommen KEINE Knochen zum Einsatz, da man gekochte Knochen nicht füttert. Diese können splittern und schwere Verletzungen verursachen. Man weicht daher auf ein Calciumpräparat aus, um den Calciumbedarf des Tieres zu decken (z.B Knochenmehl).

Auch Pansen verwendet man bei einer Koch-Fütterung nicht. Das hat aber eher olfaktorische Gründe, denn niemand möchte stundenlang Pansen im Backrohr garen

Mut zur Lücke

Bei der Auswahl der Tierarten sollte es immer auch Tierarten geben, die man nicht füttert. Auch nicht als Leckerli. Denn für den Fall, dass einmal eine Ausschlußdiät notwendig wird, sollte man noch Tierarten in der Hinterhand haben, die Hund oder Katze noch nicht bekommen haben. Es ist wichtig, sich nicht ausschließlich auf die exotischen Tierarten wie Känguru, Strauß, Büffel und Co. zu verlassen, denn von diesen Tierarten bekommt man meist nur Muskelfleisch und keine anderen Komponenten wie Fett oder Innereien. Somit kann man kaum eine natürliche Fütterung zusammen stellen.

Die tierischen Komponenten werden VOR dem Kochvorgang laut Futterplan abgewogen und dann gekocht. Die Menge nach dem Kochen wird etwas geringer sein, es ist jedoch nur ein wenig Wasser verloren gegangen.

Die pflanzlichen Komponenten

Obst und Gemüse

Sowohl Hund als auch Katze brauchen einen gewissen pflanzlichen Anteil in der Fütterung. Damit sie dieses gut verwerten können, sollte es gekocht oder fein püriert werden. Da sich Gemüse zum Kochen etwas besser eignet als Obst, greift man in der Kochfütterung meistens auf Gemüse wie Zucchini, Karotte, Pastinake,… zurück und kann auch hier saisonal etwas Abwechslung schaffen.

Kohlenhydrate

Bei Hunden können Kohlenhydrate Teil der Fütterung sein und werden meist auch gut vertragen. Hier setzt man vor allem Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Pseudogetreide wie Hirse, Amarant,… ein, die ausreichend gekocht werden müssen. Aber auch Nudeln und Reis kann man in kleinen Teilen in die Fütterung aufnehmen.

Da Kohlenhydrate für Katzen nicht geeignet sind, verwendet man sie bei Katzen auch in der Kochfütterung nicht.

Die pflanzlichen Komponenten werden NACH dem Kochvorgang laut Futterplan abgewogen und portioniert. Vor allem bei den Kohlenhydraten entspricht die Menge im Futterplan immer der bereits gekochten Menge!

Zusammenstellung des Koch-Futters

Bei gesunden Tieren kann man das Futter nach einer gewissen Aufteilung zusammen stellen und damit sicher sein, dass die Nährstoffdeckung passt.

In bestimmten Lebenssituationen wie Erkrankungen (Lebererkrankungen, Niereninsuffizienz,…) muss man oft von dieser Aufteilung abweichen und dann ist es notwendig sehr genau zu rechnen, wie es mit der Nährstoffversorgung aussieht. In diesen Fällen sollte man sich immer an eine Ernährungsberatung wenden, die den Futterplan zusammenstellt und durchrechnet.

Bei erwachsenen, normal aktiven Hunden liegt die Futtermenge bei 2-4% des Körpergewichts und kann bei sehr kleinen Rassen auch noch etwas höher sein. Im Fall von ausgewachsenen Katzen rechnet man im Schnitt mit etwa 3-4% des Körpergewichts. Wenn das Tier noch im Wachstum ist, gerade trächtig ist bzw. Welpen aufzieht oder sehr aktiv ist, ist der Nährstoffbedarf natürlich höher und dem muss man dann mit einer entsprechend höheren Futtermenge Rechnung tragen.

Aufteilung des Kochfutters bei einem gesunden Hund

AUFTEILUNG OHNE KOHLENHYDRATEAUFTEILUNG MIT KOHLENHYDRATEN
80% tierisch und 20% pflanzlich70% tierisch und 30% pflanzlich
Tierischer AnteilTierischer Anteil
84% Muskelfleisch inkl. Fisch
13-20% Fett im Muskelfleisch
84% Muskelfleisch inkl. Fisch
13-20% Fett im Muskelfleisch
16% Innereien
1/3 Leber, 1/3 Herz, 1/3 Niere, Lunge, Milz
oder
1/3 Leber, je 1/6 Herz, Niere, Lunge, Milz
16% Innereien
1/3 Leber, 1/3 Herz, 1/3 Niere, Lunge, Milz
oder
1/3 Leber, je 1/6 Herz, Niere, Lunge, Milz
Pflanzlicher AnteilPflanzlicher Anteil
70-80% Gemüse40-50% Gemüse
20-30% Obst(10-20% Obst)
30-40% gekochte Kohlenhydrate

Aufteilung des Kochfutters für eine gesunde Katze

95-97% tierisch und 3-5% pflanzlich
Tierischer Anteil
85-90% Muskelfleisch inkl. Fisch (3-5%)
Fettanteil 15-20%
10-15% Innereien
3-5% des Gesamtfutters Leber
+ Herz, Niere, Milz (und/oder Lunge)
Pflanzlicher Anteil
5% gekochtes Gemüse (z.B Karotten oder Kürbis)
oder gut gequollene Flohsamenschalen (davon jedoch nur 0.5% der Futtermenge)

Wie groß ist der Nährstoffverlust beim Kochen wirklich?

Die meisten Vitamine und Mineralstoffe sind erstaunlich hitzebeständig und gehen beim Kochvorgang nicht kaputt. Einige Nährstoffe gehen aber zum Teil aus dem Fleisch in das Kochwasser über. Daher sollte man das Kochwasser unbedingt immer mit verfüttern! Jene Nährstoffe, die den Kochvorgang nicht gut überstehen, muss man danach wieder ergänzen.

Hitzeempfindliche Nährstoffe:

  • ein Teil der B-Vitamine ist hitzeempfindlich und wird zerstört. Man muss daher nach dem Kochen wieder einen geeigneten Vitamin B-Komplex ergänzen.
  • Vitamin C ist nicht hitzebeständig. Das ist aber insofern unproblematisch, da Hunde und Katzen selber Vitamin C herstellen können und daher nicht auf die Zufuhr über das Futter angewiesen sind.
  • Taurin wird beim Kochen zerstört und MUSS bei Katzen zwingend nach dem Kochen ergänzt werden, da es essentiell für die Katze ist

Welche Zusätze sind beim Kochen notwendig?

Knochenmehl oder andere Calciumpräparate

Da Knochen beim Kochen spröde werden und splittern können, sind sie KEIN Teil einer Koch-Fütterung. Daher muss man die fehlenden Mineralstoffe nach dem Kochen ergänzen. Dazu eignet sich Knochenmehl am besten, da es alle Nährstoffe enthält, die im Knochen auch enthalten sind (Calcium, Phosphor, Magnesium,…).

Wenn man ein reines Calcium-Präparat wie Algenkalk/Eierschale oder Calciumcitrat verwenden möchte, muss man kontrollieren, ob die fehlenden Mineralstoffe über die restliche Fütterung abgedeckt sind oder ob man zusätzlich noch was ergänzen muss.

Wie viel man von dem Calcium-Zusatz braucht, um den Bedarf des Tieres zu decken, sollte genau berechnet werden. Entsprechende Online-Rechner helfen dabei.

Vitamin B-Komplex

B-Vitamine gehören zu den hitzeempfindlichen Vitaminen und gehen daher beim Kochen zum Teil verloren. Es ist daher wichtig, sie nach dem Kochvorgang wieder zu ergänzen.

Hier kann man einerseits auf standardisierte Produkte zurückgreifen (wie z.B Vitamin B-Komplex von Allcura oder Ratiopharm) oder anderseits auf ein spezielles Buchweizenkeimpulver, mit angereichertem Vitamin B (z.B von Barfkultur, Raab oder Danuwa).

Normales Buchweizenmehl oder Bierhefe sind NICHT geeignet um ausreichend B-Vitamine in die Fütterung zu bringen, da man viel zu viel davon brauchen würde, um den Bedarf der Tiere zu decken.

Seealgenmehl

Wie auch beim BARFen möchte man auch beim Kochen Jod gezielt zuführen und verwendet auch hier eine genau berechnete Menge an Seealgenmehl. Dieses muss daher einen deklarierten Jod-Gehalt aufweisen.

Um die richtige Menge geben zu können, kann man beim Hund Online-Rechner verwenden. Für die Katze muss man es selber ausrechnen. Wie man das macht, findest Du in meinem Blog.

Omega 3-6-9 Öl oder Lachsöl

Fleisch aus Weidehaltung oder von wildlebenden Tieren (Reh, Hirsch) enthält Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren in einem ausgewogenen, gesunden Verhältnis. Das gilt leider nicht für Fleisch aus Masttierhaltung. Durch die spezielle Haltung und Fütterung der Tiere produziert der Körper weniger Omega 3-Fettsäuren und der Anteil an Omega 6-Fettsäuren überwiegt. Um dieses unausgewogene Verhältnis wieder zurecht zu rücken, setzt man auch bei Kochfütterung geeignete Öle ein.

Hunde und Katzen profitieren vor allem von tierischen Ölen, wie Lachsöl, Fischöl, Krillöl, da die wichtigen Omega 3-Fettsäuren (EPA und DHA) hier in direkter Form vorliegen und nicht mehr im Körper umgewandelt werden. Diese hochwertigen Öle sollten mit Vitamin E stabilisiert werden, eine Schadstoffanalyse besitzen und in dunklen Glasflaschen verkauft werden.

Dorschlebertran

Wenn man keinen Vitamin D-haltigen Fisch kochen möchte oder das Tier den Fisch nicht mag, muss man Dorschlebertran ergänzen, um Vitamin D in die Fütterung zu bringen. Die Menge an Dorschlebertran sollte genau berechnet werden, da Vitamin D im Körper gespeichert wird und damit auch überdosiert werden kann. Wie beim Fischöl sollte man auch beim Dorschlebertran auf gute Qualität achten und kann Vitamin E zur Stabilisierung ergänzen.

Taurin bei Katzen

Da Taurin für Katzen essentiell ist und es beim Kochen zerstört wird, MUSS man es nach dem Abkühlen des Kochfutters ergänzen (~1g Taurin/1kg Futter)

Mehr Informationen zu den Zusätzen findest Du in diesem BlogZusätze beim Barfen und Kochen

Die Zusätze kann man mit dem Futter portionieren oder jeden Tag frisch ergänzen. Wie es einem beliebt.

Was kann man noch zusätzlich ergänzen?

  • Eigelb sind bei Hunden und Katzen eine tolle Ergänzung
  • gemahlene Nüsse und Kerne können das Futter beim Hund zusätzlich aufwerten

Wenn man sich nicht an die oben gezeigte Aufteilung halten kann, weil das Tier manche Innereien nicht verträgt oder krank ist bzw. man die Fütterung aufgrund von Erkrankungen anpassen muss, kann es sinnvoll sein Spurenelemente zu ergänzen. Hier sollte man sich aber sinnvollerweise an eine Ernährungsberatung wenden, die den Plan durchrechnet und darauf achtet, das die Nährstoffdeckung passt.


BEISPIELRECHNUNG für einen 15kg Hund berechnet mit 2% vom Körpergewicht ohne Kohlenhydrate

Man errechnet zuerst die Gesamtfuttermenge und teilt diese Menge dann auf die einzelnen Komponenten auf und berechnet die Zusätze

Berechnung der Futtermenge für einen 15kg Hund (2% vom Körpergewicht): 
(15 x 0,02) x 1000 = 300g Futter am Tag 

Berechnung des tierischen Anteil: = 300 x 0.8 = 240g

Diese 240g unterteilen sich in 
200g Muskelfleisch mit 13% Fettanteil (davon etwa 30g Fisch)
 40g Innereien ( aufgeteilt 12g Leber, je 7g Niere, Milz, Herz und Lunge) 

Berechnung des pflanzlichen Anteils: = 300 x 0.2 = 60g

Diese 60g unterteilen sich in
45g Gemüse
15g Obst (wenn man Obst kochen möchte) 

Zusätze
6g Knochenmehl mit 17,7% Calcium 
0.45g Seealgenmehl mit 500mg/kg Jod
0.75g Buchweizenkeim-Vitamin B-Pulver
~ 3ml 369 Öl mit Vitamin E

BEISPIELRECHNUNG für einen 5kg Katze berechnet mit 3,5% vom Körpergewicht

Wieder errechnet man zuerst die Gesamtfuttermenge und teilt diese Menge dann auf die einzelnen Komponenten auf und berechnet die Zusätze

Berechnung der Futtermenge für eine 5kg Katze (3.5% vom Körpergewicht): 
(5 x 0,035) x 1000 = 175g Futter am Tag 

Berechnung des tierischen Anteil: = 175 x 0.95 = 167g

Diese 167g unterteilen sich in 
150g Muskelfleisch mit 15% Fettanteil (davon etwa 4g Fisch)
 17g Innereien ( aufgeteilt 5g Leber, je 4g Niere, Milz, Herz und Lunge) 

Berechnung des pflanzlichen Anteils: = 175 x 0.05 = 8g

Bei Katzen verwendet man meist nur 1 Sorte, 
die akzeptiert wird, z.B 
8g pürierte Karotten oder Kürbispüree


Zusätze
~ 1g Knochenmehl mit 17,7% Calcium 
0.16g Seealgenmehl mit 500mg/kg Jod
0,18g Taurin
~ 0.2g Buchweizenkeim-Vitamin B-Pulver
~ 0,2ml Lachsöl mit Vitamin E

Die Bedarfswerte für den Hund kann man mit Hilfe von Bedarfsrechnern ermitteln. Für die Katze gibt es leider kein solches Tool, jedoch eine Tabelle in der man die Bedarfswerte findet.

Die Berechnungen wurden jetzt für 1 Tag durchgeführt. Im Normalfall kocht man aber z.B für 1 oder 2 Wochen vor und arbeitet in größeren Maßstäben und darf die Werte natürlich auch runden.

Wie kocht man nun richtig?

Beim Kochen gibt es kein Richtig oder Falsch. Man kann in Töpfen genauso gut kochen, wie in einem Bräter oder Römertopf im Backrohr oder in einem Slow Cooker/Multicooker. Wichtig ist, dass man das Kochgefäß verschließen kann, damit so wenig Flüssigkeit wie möglich entweichen kann.

Man kann den Nährstoffverlust gering halten, in dem man

  • das Fleisch und die Innereien möglichst schonend bei Niedrigtemperatur (80-110°C) gart und
  • die entstandene Kochflüssigkeit mit füttert.

Das Kochwasser von Gemüse und Kohlenhydraten kann man aber ruhig wegschütten.

Wenn man das Fleisch stückig oder sogar in großen Stücken gart, lässt es weniger Flüssigkeit, da die Struktur nicht vorab zerstört ist.

In entsprechend großen Gefäßen ist es möglich auch für einen größeren Zeitraum vorzukochen, da man ja nicht jeden Tag am Herd stehen möchte. Nach dem Auskühlen wird das Futter nach Plan portioniert und eingefroren. So ist der tägliche Aufwand dann minimal und gut umzusetzen.

Kochen mit Mineralpulvern

Auf dem Markt findet man auch sehr viele Produkte, die angeblich alle Mineralstoffe und Vitamine enthalten, die der Hund/die Katze braucht. So muss man sich um eine natürliche Aufteilung nicht mehr kümmern, denn die Nährstoffe sind alle in dem Pulver enthalten. Hört sich toll an, oder?

Bei diesen Mischungen muss man aber tatsächlich gut aufpassen, da nicht alle Komplettpulver auch wirklich komplett sind. Oft fehlen einfach wichtige Nährstoffe und das ist natürlich langfristig sehr ungünstig für das Tier. Andere Produkte sind wieder nicht für die Kochfütterung geeignet. Somit muss man sich auch bei den Komplettpulvern genau damit auseinander setzen, ob tatsächlich alles drin ist, was das Tier braucht.

Zu den hochwertigen Mischungen für Hunde gehören das

  • Optimix Cooking (Hund)
  • Novomineral Cook it (Hund)

Die Zusammenstellung des Futters findet man auf den Homepages der Hersteller (Futtermedicus und Napfcheck). Für Katzen gibt es Mineralpulver (Felini Complete, easy BARF, TC Premix), die bedingt für die Kochfütterung einsetzbar sind.

Hier muss man einfach für sich selber entscheiden, ob man die Fütterung möglichst natürlich gestalten möchte oder ob ein Großteil der Nährstoffe aus synthetischen Quellen stammt. Beides ist möglich und beides sollte richtig zusammen gestellt werden.

FAZIT

Koch-Fütterung kann eine tolle Alternative zum BARFen sein, wenn man nicht BARFen möchte oder das Tier rohes Futter nicht gut verträgt. Auch beim Kochen verwendet man frische, natürliche Zutaten und kann den Futterplan individuell auf die Bedürfnisse seines Hundes oder Katze zuschneiden.

Damit man mit der Koch-Fütterung auch die Nährstoffe abdeckt, die das Tier braucht, ist es notwendig sich mit der richtigen Zusammenstellung des Futters vorab auseinander zu setzen. Denn Kochen bedeutet nicht nur einfach ein bisschen Fleisch mit Gemüse und Nudeln vorzubereiten. Damit das Futter die notwendigen Mineralstoffe und Vitamine liefert, braucht es auch Innereien und bestimmte Zusätze. Hier sollte man auf jeden Fall die notwendige Zeit investieren, um sich mit den Grundlagen vertraut zu machen.

In jedem Fall sind auch mit der richtigen Aufteilung der Futterkomponenten der Phantasie keine Grenzen gesetzt und man kann für seine Tiere tolle Rezepte zaubern. Das schmeckt dann nicht nur gut, sondern versorgt das Tier mit allen wichtigen Nährstoffen. Was will man mehr. 🙂

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