Fisch als Teil der BARF-Futterration

Fisch als Teil der BARF-Futterration

Bei BARF möchte man abwechslungsreich und naturnah füttern. Man versucht daher die Vitamine, Mineralstoffe, etc. wenn möglich mittels natürlicher Futterkomponenten zuzuführen, anstatt zu künstlichen Zusätzen zu greifen.

Die meisten Vitamine und Mineralstoffe können über Fleisch und Innereien abgedeckt werden. Vitamin D ist jedoch über Fleisch nur schwer abzudecken.  Daher darf Fisch auf dem Speiseplan nicht fehlen. Die meisten Hunde begeistern sich für Fisch, während Katzen ihm manchmal skeptisch gegenüber stehen (aber wann tun sie das nicht 🙂 ).

Warum Fisch füttern?

Fisch ist ein wichtiger Lieferant von Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und ist reich an Kalium, Jod, Selen, Zink, Fluorid.  Wie bei Fleisch unterscheiden sich die Fischsorten im Gehalt von Fett und Vitamingehalt. Man kann natürlich fast jeden Speisefisch füttern, aber es wäre für Hund oder Katze besser jene Fische zu füttern, die für sie auch von Wert sind. Bei BARF sollte man einmal pro Woche eine Muskelfleisch-Ration durch Fisch ersetzen.

Fische die man aufgrund ihres hohen Vitamin D-Gehalts füttern kann:

Fischartµg Vitamin D (Calciferole)/100g
Regenbogen-Forelle18
Wildlachs16
Hering23
Sprotten20
Sardine20

Der Vitamin D-Gehalt ist natürlich auch abhängig davon ob es Zuchtfische sind, oder aus Wildfang stammen.

Fisch ist sehr eiweißreich und enthält viele Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren. Diese sind essentielle Fettsäuren – das bedeutet: der Körper kann diese Fettsäuren nicht selber herstellen und sie müssen daher mit der Nahrung zugeführt werden. 

Bei Katzen müssen Omega 3/6-Fettsäuren unbedingt über tierische Quellen zu geführt werden, da sie diese nicht aus den pflanzlichen Vorstufen der Fettsäuren selber synthetisieren können. Mehr Informationen dazu findest Du im Artikel über die richtigen Öle. Omega-3 und -6-Fettsäuren unterstützen das Immunsystem, den gesamten Magen-Darm-Trakt und den Stoffwechsel der Katze. Je fetter der Fisch, um so mehr Omega-3-Fettsäuren sind enthalten.

Den größten Omega-3-Fettsäuregehalt haben:

  • Thunfisch (ist leider jedoch oft mit Schwermetallen belastet)
  • Makrele
  • Hering
  • Lachs

Auch wenn man Fisch füttert, sollte auf ein hochwertiges tierisches Omega 369 Öl an den anderen Tagen der Woche nicht verzichtet werden.

Worauf muss man bei der Fischfütterung achten?

  • Thiaminase
  • Schwermetallbelastung
  • Rickettsien
  • Jod-Gehalt

Thiaminase

Manche Fischarten enthalten das Enzym Thiaminase. Thiaminase ist ein Enzym, welches Thiamin (Vitamin B1) zerstört, in dem es das Molekül in der Mitte spaltet. Bei zu häufiger Fütterung solcher Fische kann es zu einem Vitamin-B1-Mangel und in Folge dessen zu einer Blutarmut kommen. Da man aber in einer normalen BARF-Ration ausreichend Vitamin B1 über die Fütterung von Leber und Niere zuführt, tritt das Problem bei einer normalen Fütterungsmenge an Fisch nicht auf.

Wenn man jedoch häufiger Thiaminase-haltigen Fisch füttern möchte, dann sollte man den Fisch dünsten. Thiaminase ist nicht hitzestabil, sie wird beim Kochen der Fische zerstört, während Vitamin D hitzebeständig ist. Sollte man jedoch sehr oft thiaminasehaltigen Fisch füttern ohne diesen zu erhitzen, dann empfiehlt sich die Zugabe von Vitamin B1.

Thiaminase-freie Fische:

  • Lachs
  • Regenbogenforelle
  • Dorsch & Kabeljau
  • Heilbutt
  • Seelachs
  • Makrele
  • Dorade
  • Rotbarsch
  • Scholle
  • Seehecht
  • Thunfisch
  • Aal
  • Hecht
  • Barsch

Thiaminase-haltige Fischsorten:

  • Sardine
  • Hering
  • Karpfen
  • Stint
  • Zander
  • Brasse
  • Butterfisch
  • Maifisch
  • Neunauge

Chemische Belastung der Fische

Fische und Meeresfrüchte speichern hohe Konzentrationen an Giftstoffen (Schwermetalle, Dioxin), da sie das Wasser, in dem sie leben, „atmen“. Je älter der Fisch und je weiter hinten in der Nahrungskette (d.h. Raubfische), umso belasteter kann er sein. Daher ist Thunfisch da sehr oft betroffen.

Außerdem sollte man bei Fisch für Hunde wenn möglich auf Fische aus Aquakulturen verzichten (z.B Pangasius). Diese Fische sind infolge der im Wasser angereicherten Antibiotika und der Wasserverschmutzung durch den eigenen Kot oft sehr stark belastet. Forelle bekommt man meistens regional zu kaufen. Sie ist eine gute Alternative zu den anderen Zuchtfischen.

Bakterien und Bandwümer in Fischen

Rickettsien sind Bakterien, die bei in rohem Pazifik-Lachs vorkommen können und unbedingt vermieden werden sollten. Sie werden durch Einfrieren abgetötet. Der Fisch sollte jedoch mindestens drei Wochen eingefroren sein. Auch durch Kochen werden diese Bakterien zerstört.

Süßwasserfische können mit Fischbandwürmer befallen sein.  Abtöten kann man aber auch diese leicht, indem man den rohen Fisch mindestens eine Woche bei -20°C einfriert.

Erhöhter Jod-Gehalt in Fisch

Manche Fische enthalten viel Jod, wie z.B der Seelachs. Diesenbitte nicht mit dem richtigen Lachs (Salmo Salar) verwechseln. Katzen, die zu Schilddrüsenüberfunktionen neigen, sollten diesen Fisch überhaupt nicht bekommen. Auch bei Hunden sollte man den Jod-Gehalt dieses Fisches unbedingt im Auge behalten. Da Seelachs aber so gut wie kein Vitamin D enthält, gehört er eigentlich nicht in den Futterplan.

Welche Fische dürfen nicht gefüttert werden?

Aal und Fische der Aal-Familie sollten nicht gefüttert werden. Das Blut des Aales enthält ein giftiges Eiweiß, das bei Säugetieren bereits in niedrigen Dosen Muskelkrämpfe auslösen kann.

Richtige Fütterung von Fisch

Fisch kann man mittelgroßen bis großen Hunden ruhig am Stück geben. Die Gräten sind ungekocht weich und biegsam. Bei kleinen Hunden und Katzen empfehlen sich eher Filetstücke. Bei der Fütterung von ganzen Fischen sollte man wie bei der Fütterung von Knochen dabei bleiben. Wenn man den Fisch kochen möchte sollte man ihn möglichst grätenfrei verfüttern, da die Gräten im gekochten Zustand hart und spröde werden.

Bei Hunden und Katzen ersetzt man eine Portion an Muskelfleisch in der Woche durch Vitamin D-haltigen Fisch.

Was tun, wenn Fisch verschmäht wird?

Wenn man keinen Fisch füttern möchte, oder Hund / Katze den Fisch einfach nicht fressen wollen, muss man über Dorschlebertran oder Vitamin D Tropfen die notwendige Menge Vitamin D zuführen. Hierbei ist zu beachten, dass diese Produkte das Vitamin D in viel höheren Mengen enthalten als Fisch und daher unbedingt in der richtigen Menge gefüttert werden müssen. Vitamin D wird als fettlösliches Vitamin im Körper gespeichert und kann daher überdosiert werden.

FAZIT

Fisch ist ein sehr wertvoller Bestandteil im Speiseplan von Hund und Katze. Über Fisch kann man auf natürlichem Weg das wichtige Vitamin D zu führen. Dazu eignen sich allerdings nicht alle Fische. Forelle, Lachs und Hering enthalten die höchsten Mengen an Vitamin D.

Bei Fisch muss man jedoch heutzutage auf die Qualität und Herkunft achten. Fische aus Aquakulturen können eine hohe Belastung mit Antibiotika aufweisen. Meeresfische wiederum sind oft schmermetallbelastet. Am besten sind Fische, die man regional kaufen kann, z.B Forelle.

Die Kommentare sind geschlossen.