Zecken, Würmer und Co. – was tun bei Parasiten?

Zecken, Würmer und Co. – was tun bei Parasiten?

Wenn man mit Tieren zusammen lebt, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, daß man doch auch mal auf den einen oder anderen Parasiten trifft. Wieviel Einfluß man mit natürlichen Mitteln auf diese Mitbewohner nehmen kann, hängt natürlich von der Art des Parasiten ab. Ob diese Mittel helfen, hängt immer auch individuell vom eigenen Tier ab. Was bei Einen hilft, wirkt vielleicht bei einem Anderen gar nicht.

Auch natürliche Wirkstoffe sollten nicht unüberlegt verwendet werden, da auch diese Mittel Nebenwirkungen haben können. Und gerade bei Katzen muss man extrem aufpassen! Aufgrund ihres speziellen Stoffwechsels reagieren sie sehr empfindlich auf viele Stoffe, bei denen man es gar nicht erwarten würde. Daher bitte immer vorab gut informieren und nicht einfach verwenden!

Aber mit was müssen wir Tierhalter den Kampf aufnehmen? Grundsätzlich unterschiedet man zwischen Endo – und Ektoparasiten.

Endo – und Ektoparasiten

  • Endoparasiten: sie leben über längere Zeit oder während ihres ganzen Lebenszyklus im Innern der Wirttiere und entnehmen vom Körper des Wirts parasitisch Nahrung, z.B Giardien, Würmer, usw.
  • Ektoparasiten: leben auf der Oberfläche des Wirtes und saugen über Anheftungsorgane über längere Zeit parasitisch Nahrung (in Form von Blut) z.B Zecken, Flöhe, Läuse, ….

Die unterschiedliche Lebensart der Quälgeister erklärt auch, warum man bei Endoparasiten etwas mehr mit Hilfe der Ernährung machen kann, als bei Ektoparasiten. Ernährung hat einen großen Einfluß auf den Magen-Darm-Trakt und damit auch auf das (Über)Leben der Mitbewohner.

Ist eine natürliche Entwurmung möglich?

Einmal vorab – eine chemische Wurmprophylaxe gibt es NICHT. Chemisches Entwurmen bringt tatsächlich nur etwas, wenn bereits ein Befall diagnostiziert wurde.

Sinnvoller ist es, regelmässig Kotproben analysieren zu lassen, um dann gezielt bei Wurmbefall etwas zu unternehmen. Anders würde man den den Körper alle 3 Monate mit der chemischen Keule malträtieren, ohne zu wissen, ob es eigentlich einen Grund gibt. Eine chemische Entwurmung macht für mich nur dann Sinn, wenn es einen tatsächlichen Befall mit Würmern gibt!

Herz -und Lungenwürmer sind lebensbedrohlich und sollten unbedingt tierärztlich behandelt werden. Auch wenn Kinder mit im Haushalt leben, sollte man erwägen bei einem Befall recht schnell chemisch einzuschreiten.

Man kann aber versuchen, auf natürlichem Wege, dem Wurmbefall vorzubeugen, in dem man es den Parasiten im Darm so ungemütlich wie möglich macht – man sorgt also für ein wurmwidriges Klima im Darm! Es gibt verschiedene Pflanzen und natürliche Mittel, mit denen man dem Körper im Kampf gegen Würmer unterstützen kann. Denn mit einem starken Immunsystem und einer gesunden Darmflora hat man schon viel gewonnen.

Kürbiskerne

Das in den Kernen enthaltene Kürbiskernöl kann vorbeugend gegen Parasiten eingesetzt werden. Die darin enthaltenden Stoffe verhindern, dass die Parasiten an der Darmwand festhalten können und führt dadurch zum Ausscheiden der Würmer. Geschrotete Kürbiskerne haben bei regelmässiger Gabe auch eine darmreinigende Wirkung.

Empfohlene Menge: ½ TL bei kleinen Hunden, 1 TL bei mittleren Hunden, 2 TL bei großen Hunden pro Tag.

Geraspelte Karotte

Die ätherischen Öle der Karotte wirken lähmend auf Würmer, wodurch diese leichter vom Körper ausgeschieden werden können. Um diese Öle frei zu setzen, müssen die Karotten püriert werden. Grobe Karottenraspel wirken ähnlich den Kokosflocken zusätzlich darmreinigend.

Dosierung: als natürliche Kur für 3-5 Tage ins Futter mischen. Die Menge ist abhängig vom Körpergewicht des Hundes und der Fütterungsart. Bei BARF einfach die Obst/Gemüse Mischung durch reine Karotten ersetzen.

Kokosflocken

Kokosraspel wirken ähnlich wie Kürbiskerne und verhindern das Festsetzen von Parasiten an der Darmwand. Die Laurinsäure im Kokosöl verändert das Darmmilieu so, dass es von Würmern gemieden wird.

Empfohlene Menge: 1/2 – 1 TL Kokosöl je 10 Kilogramm Körpergewicht täglich.

Propolis

Propolis verändert das Milieu des Darms und stärkt das Immunsystem. Um den Hund mit Propolis zu entwurmen, gibt man 1ml Propolisurtinktur (aus der Apotheke) in 1/2l Wasser und füllt die Flüssigkeit in ein dunkles Gefäß ab. Diese sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Über einen Zeitraum von einer Woche gibt man dem Hund 1TL pro 10kg Körpergewicht täglich. Diese Wurmkur kann in Abständen von mehreren Wochen wiederholt werden.

Papaya

Papaya enthält den Wirkstoff Papain, ein eiweißspaltendes Enzym (proteolytisch) der die Proteinhüllen der Würmer angreift. Die herausragende Wirkung von Papayakernen wurde bereits in mehreren Studien gezeigt. Auch Tiere lassen sich mit Hilfe von Papayakernen entwurmen. 

Eine vorbeugende Wirkung gegen Parasiten, erzielt man, wenn 1-2 mal täglich 3 Papayakerne der vollreifen Frucht ins Futter gegeben werden. Oder als Pulver verabreicht über 3 Tage:

  • kleine Hunde: 1/2 gestrichener TL/Tag
  • Hunde 15-30kg: 1 gestrichener TL/Tag
  • Hunde ab 30kg: 1 gestrichener EL/Tag

Ähnlich wie Papaya wirkt das Enzym Bromelain der Ananas.

  • Pohowalla, J. N., and S. D. Singh. „Worm infestations in infants and children of pre-school age in Indore.“Indian journal of pediatrics 26.12 (1959): 459-466. (Wurmbefall bei Säuglingen und Kindern im Vorschulalter in Indore – eine Stadt in Zentralindien.)

  • Okeniyi, John AO, et al. „Effectiveness of dried Carica papaya seeds against human intestinal parasitosis: a pilot study.“Journal of medicinal food 10.1 (2007): 194-196. (Die Wirksamkeit getrockneter Carica-Papayakerne gegen Parasitenbefall beim Menschen: eine Pilotstudie)

  • Fajimi, A. K., and A. A. Taiwo. „Herbal remedies in animal parasitic diseases in Nigeria: a review.“African Journal of Biotechnology 4.4 (2005): 303-307. (Heilpflanzen gegen parasitäre Erkrankungen bei Tieren in Nigeria: ein Überblick.)

Schwarzkümmelöl, innerlich

Schwarzkümmelöl wirkt generell antibakteriell, antiseptisch und antimykotisch. Ebenso hat es eine anregende Wirkung, ist blutdruck- und blutzuckersenkend, entzündungshemmend und verdauungsfördernd. Diese Wirkungen hat es vor allem durch seinen hohen Anteil an ätherischen Ölen.

Dies birgt jedoch genau den wesentlichen Nachteil dieses Mittels. Da Schwarzkümmelöl im Fall von Darmparasiten in höheren Mengen verabreicht werden müsste, kann es sogar bei Hunden zu erhöhten Leberwerten führen und das steht in keiner Relation zur eventuellen Wirkung.

Bei Katzen sollte Schwarzkümmelöl gar nicht einsetzen, da sie aufgrund von Enzymmangel in der Leber ätherische Öle generell zu langsam verstoffwechseln und es dadurch bei langfristigen Anwendungen zu schweren Vergiftungen kommen kann. Auch bei Tieren mit Lebererkrankungen bitte KEIN Schwarzkümmelöl einsetzen!

Kamala

Das Kamala Fruchthaarpulver bewirkt eine natürliche Entwurmung und reinigt den Darm ohne dabei den Körper, Leber oder Darmflora zu belasten. Die Darmperistaltik wird angeregt, wodurch das Kamala- Pulver leicht abführend wirken kann.

Das Kamala-Pulver wird in Wasser zu einem Brei angerührt. Dosierungsempfehlung:  Hunde bis 5 Kg (& Katzen) = 1 Messerspitze ins Futter geben, Hunde über 5 Kg = 1 bis 2g. Das Pulver auf keinen Fall überdosieren!

Portulak

Den Portulak verwendet man am besten frisch. Der gepresste Saft soll gegen Würmer helfen.

Mit natürlichen Mitteln gegen Zecken & Co

Vorab – wenn man sich durch den Liebling Flöhe ins Haus geholt hat, gelten einige wichtige Grundregeln bezüglich Hygiene: alle Textilien mit denen das Tier in Berührung gekommen ist, müssen bei mindestens 60°C regelmässig gewaschen werden (auch das Hundespielzeug,..). Regelmässig gründlich staubsaugen und Textilien (die man nicht waschen kann) ebenfalls absaugen oder mit dem Dampfreiniger behandeln. Das befallene Tier sollte regelmässig baden, da Flöhe empfindlich auf Wasser sind und auch ertrinken können.

Ätherische Öle

Diese Öle (von Lavendel, Geranium, Zitrone, Zedernholz,…) enthalten die Duftstoffe und sekundären Pflanzenstoffe mit denen auch die Pflanze Insekten anlockt, sich vor Parasiten schützt.

Katzen sollte man, wie oben bereits erwähnt, gar NICHT mit ätherischen Ölen behandeln!

Jedoch muss man auch bei Hunden mit der Anwendung sehr vorsichtig sein. Ihr Geruchssinn ist zudem viel besser als unserer. Bei der Qualität der Öle sollte man nicht sparen. Die verwendeten Öle sollten 100% rein, nach therapeutischem Standard hergestellt und zudem als Nahrungsergänzung gekennzeichnet sein.

Generell sollte man jedoch ätherische Öle nicht einfach an den Tieren ausprobieren, sondern sich bei Interesse an einen geschulten Aromatherapeuten für Tiere konsultieren.

Kieselgur

Kieselgur ist eine weißliche, pulverförmige Substanz, die hauptsächlich aus den Schalen fossiler Kieselalgen besteht. Man pudert das Tier mit dem Pulver gut ein (am besten im Freien) und lässt den Kieselgur einwirken. Die Flöhe und Floheier sterben durch austrocknen. Man kann auch Polstermöbel mit dem Pulver behandeln und dieses später absaugen. Kieselerde wäre eine entsprechende Alternative.

Getrocknete Kräuter

Aus den getrockneten Kräutern (Salbei, Rosmarin, Lavendel, Zitronenmelisse, Thymian) kann man selber einen „Puder“ herstellen mit dem man das Tier einreibt. Dabei muss man darauf achten, ob der Hund mit dem Geruch zurecht kommt.

Bei Katzen auch dieses Mittel eher sparsam bis gar nicht anwenden!

Kokosöl

Kokosöl ist ein Mittel, daß man bedenkenlos bei Hunden und Katzen gegen Zecken und Flöhe anwenden kann. Beim Kokosöl auf gute Qualität achten – BIO und kaltgepresst sollte es sein. Das feste Öl in dem Händen aufschmelzen und das Tier vor dem Freigang/Spaziergang damit einreiben.

Zitronen/Orangen

Aus Zitrusfrüchten kann man ganz einfach selber ein „Flohspray“ herstellen. Man kocht die unbehandelten, in Scheiben geschnittenen Früchte in Wasser auf und lässt diese Mischung über Nacht stehen. Mit Hilfe einer Sprühflasche kann man das Zitruswasser dann aufs Fell aufsprühen.

Auch hier würde ich bei Katzen etwas aufpassen und den Flohspray NICHT einsetzen!

Neemöl

Vermehrt bekommt man im Tierbedarf Neemöl gegen Parasiten zu kaufen. Der Hauptwirkstoff des Öls, Azadirachtin, wirkt auf den Hormonhaushalt der Parasiten, indem es die Chitin-Synthese stört. Dadurch Können sich die Larven nicht mehr verpuppen und der Lebenszyklus der Parasiten wird unterbrochen.

Auch bei diesem Öl kann es bei Katzen durch den Enzymmangel in der Leber zu Vergiftungserscheinungen kommen, die bis zum Tod führen können. Hunde dürfen laut Hersteller nur äußerlich damit behandelt werden. Neemöl reizt innerlich die Schleimhäute sehr stark. Würde der Hund also durch Abschlecken das Öl innerlich aufnehmen, sollte man sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Bevor man solche Mittel gedankenlos verwendet, bitte immer gut informieren! Ich persönlich würde von dem Gebrauch von Neemöl an Tieren abraten!

Schwarzkümmelöl, äußerlich

Schwarzkümmelöl wird immer wieder als Wundermittel gegen Zecken angepriesen. Aufgrund seines hohen Anteils an Terpenen kann das Öl jedoch sogar bei Hunden zu erhöhten Leberwerten führen, wenn man es als Zeckenschutz großzügig verwendet.

Für Katzen ist dieses Öl aufgrund der mangelnden Glucuronidierung in der Leber nicht geeignet! Schwarzkümmelöl hat sicher bei anderen Anwendungen seine Berechtigung, ich würde es jedoch auf keinen Fall zur Parasitenabwehr nutzen, da die notwendigen Mengen einfach zu groß sind.

Meersalz

Mit Meersalz kann man den Hund nach dem Baden nochmal äußerlich abreiben. Danach das Salz gründlich abwaschen. Feines Salz kann man gut zur Teppichreinigung bei Flohbefall verwenden. Salz in den Teppich reiben, einwirken lassen und absaugen.

Knoblauch

Der intensive Knoblauchgeruch, soll Zecken abschrecken. Indem man das Fell des Tieres mit Knoblauchöl einreibt, dann abwäscht, soll der Hund gegen Zeckenbefall geschützt sein. Persönlich weiß ich nicht, ob es mir so gut gefällt einen nach Knoblauch stinkenden Hund neben mir auf der Couch zu haben, aber das bleibt ja jedem selbst überlassen.

Möchte man frischen Knoblauch innerlich angewenden, sollte der Hund nur kleine Mengen bekommen (ca. 1 Zehe für einen 10 kg-Hund pro Woche) und Katzen bitte gar nicht. Angeblich finden Zecken bestimmte ausgedünstete Duftstoffe abstoßend.

Apfelessig

Mit Essigspülungen (1 Teil Apfelessig/2 Teile Wasser) kann man den Hund beim Baden abwaschen. Vorbeugend kann man diese Mischung auch in eine Sprühflasche füllen und das Fell vor dem Spaziergang einsprühen.

Bohnenkraut

Der Geruch von Bohnenkraut soll Zecken und Flöhe abschrecken.
10 getrocknete Zweige Bohnenkraut in 1 Liter Wasser aufkochen und gut ziehen lassen. Nach dem Abkühlen in eine Sprühflasche füllen und das Fell damit einsprühen.

Zistrose (Cistus incanus)

Die Zistrose hat durch die in ihr enthaltenen Polyphenole, immunstärkende, entzündungshemmende, antiviral und antimikrobiell wirkende Eigenschaften. Aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe und Polyphenole sollte die Zistrose jedoch nicht dauerhaft gegeben werden. Die beiden genannten Inhaltsstoffe können die Verdauung und die Aufnahme der Nährstoffe im Darm beeinträchtigen. Manche Hunde reagieren auch mit Verstopfung.

Zistroseprodukte sollten daher nie länger als 4 Wochen am Stück gegeben werden und danach sollte auch eine Pause von mindestens 4 Wochen bis zur nächsten Anwendung eingehalten werden.

Bierhefe

Die B-Vitamine in der Bierhefe sollen den Eigengeruch des Tieres so verändern, daß es von Zecken gemieden wird.

Aufpassen muss man hinsichtlich der Bierhefe bei empfindlichen Tieren, da Bierhefe zu Magen-Darm-Problemen führen kann. Auch bei allergischen Tieren sollte man Bierhefe nicht unbedingt einsetzen, da Bierhefe ein starkes Allergen sein kann.

Die Dosierung ist etwa 1g Bierhefe/5 kg Körpergewicht.

Es gibt also viele Möglichkeiten auf natürliche Weise gegen Parasitenbefall vorzugehen. Zusätzlich zu diesen ganzen Massnahmen, egal ob schulmedizinisch oder natürlich, sollte man seine Tiere immer wieder nach Parasiten absuchen bzw. den Kot kontrollieren. Bei Zecken finde ich das den effektivsten Weg sie sich erst gar nicht ins Haus zu holen.

FAZIT

Bei allen Hausmitteln gilt: ausprobieren und schauen, ob es beim eigenen Tier funktioniert. Auch immer darauf achten, daß die Prozedur für das Tier in Ordnung ist und das Tier durch den z.T starken Geruch eines Produkts nicht irritiert wird.

Bei Katzen tatsächlich auf das Meiste verzichten, da sie durch ihren speziellen Stoffwechsel auf viele Dinge sehr sensibel reagieren. Da sollte man auf keinen Fall ein Risiko eingehen!

Bei den meisten Parasiten hat man die Möglichkeit, erst naturheilkundlich zu probieren, ob man den Befall in den Griff bekommt, da sie im Normalfall nicht lebensbedrohlich sind. Ist der Befall jedoch stark, oder nicht in den Griff zu bekommen, bitte unbedingt einen Tierarzt aufsuchen!

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